Einladung zum Vortrag

Hallo ihr Lieben!

Jetzt bin ich schon so lange wieder hier, aber habe es immer noch nicht geschafft euch genauer von meinen Erlebnissen zu erzählen und Bilder zu zeigen… Aber nun ist es endlich mal Zeit.

Ich lade Euch herzlich ein am 30.12.2016 um 17 Uhr in die Christophoruskirche in Berlin-Friedrichshagen zu kommen und meinem Vortrag zu lauschen. Es wird nicht nur Bilder sondern auch Musik und Essen geben. 🙂

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Der letzte Monat

Hallo liebe Leser,

Wäre jetzt noch zu erzählen, wie mein letzter Monat war. Gleich zum Ferienbeginn habe ich Besuch von zwei Freundinnen aus Deutschland bekommen. Ich habe eine schöne Ghana-Tour mit ihnen gemacht. Einige Orte kannte ich natürlich schon, aber es war auch cool mal „der Ghanaer“ zu sein und alles erklären und organisieren zu können.

Ich denke den beiden hat es gefallen und wir hatten eine schöne Zeit zusammen. Hier noch einmal ein paar Bilder

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Diese Bilder sind auf der aufregendsten Busfahrt, die ich je hatte, entstanden. In diesem Auto waren wir 14 Stunden auf unbefestigter Straße unterwegs. Da die Gepäckaufgabe extrem teuer war, haben wir 2 von unseren 3 riesigen Rucksäcken mit in den Bus genommen. Bewegungsfreiheit war also 0 und andauernd haben wir angehalten. Wir wussten gar nicht warum. Jedenfalls hatten wir auch ein paar Bewohner auf dem Dach. Als wir eine Radpanne hatten, durften die Ziegen auch mal wieder runter. Ich habe noch nie so viele Ziegen schreien gehört 😀 Sie wurden an ihrem Strick um den Hals runtergelassen… Naja aber durch die Panne konnten wir dann den wunderschönen Sonnenuntergang mitansehen, es hatte auch etwas gutes. Angekommen sind wir dann übrigens um 1:30 Uhr in der Nacht. Das war schon echt ein Erlebnis!

Nachdem der Besuch wieder weg war, hatte ich noch genau 10 Tage in Ghana. Diese verbrachte ich vor allem mit der Band, denn wir sind zu einem Band Festival nach Sunyani gefahren und haben dafür ordentlich geübt. Neben dem Üben hatte ich aber auch noch gut zu tun. Ich bin nochmal zur Schule gegangen, habe Mitbringsel besorgt, Abschiedsgeschenke gebastelt und mich von all den netten Menschen verabschiedet. Nicht zu vergessen, dass ich mein „gut aufgeräumtes Zimmer 😉 “ noch irgendwie in meine 2 Koffer zurück stopfen musste. So hatte ich in der letzten Woche etwas wenig Schlaf, viel Stress und es wurde auch schon etwas emotional… Mich von manchen Freunden zu verabschieden viel mir nicht einfach. Und dann saß ich zum Beispiel den einen Abend mit meiner Gastschwester beim Abwaschen und auf einmal wurde sie ganz ruhig und meinte, dass sie sonst nie so traurig war, wenn ein Freiwilliger ging… Es wäre doof, dass jedes Jahr jemand anderes in die Familie kommen würde. Sie würde mich vermissen. Am Ende kamen uns beiden die Tränen… Der Abschied in der Gastfamilie war aber eigentlich eher kalt. Das einzige, was meine Gastmutter für mich übrig hatte, war: „ok“… Schon etwas enttäuschen, wenn man ein Jahr dort gelebt hat, aber dass mein Verhältnis mit ihnen nicht so gut war, ist ja kein Geheimnis… Ich hatte auch keinen großen Abschied erwartet.

Naja die letzten Tage bin ich wie schon gesagt mit der Brigade nach Sunyani gefahren. Es war schön für mich, dass ich die allerletzten Tage zusammen mit meinen Freunden verbringen konnte. Da der Akku meines Handys etwas verrückt gespielt hat, habe ich leider kaum Bilder oder Videos. Schon allein die Busfahrt dort hin war klasse. Etwa 10 Stunden Busfahrt lagen vor uns. Was auf einer ghanaischen Gruppen-Busfahrt nicht fehlen darf: eine Trommel. So wurde ordentliche Stimmung im Bus gemacht und viel gesungen. Ich habe es sehr genossen. Auf den Straßen waren allerdings andauernd solche Bremsschwellen… Der Fahrer ist jedoch etwas rücksichtslos drüber gefahren sodass die Kerle oft aufgestanden sind, damit alles (zwischen den Beinen) heile blieb und die Rückenlehne ist auch andauernd aus der Halterung gefallen. That’s Ghana for you 😉 Reisen ist eben immer ein Erlebnis 🙂

Die Unterkunft und Verpflegung war für ghanaische Gruppenversorgung sogar ganz gut. Leider hatten wir allerdings ein paar Schwierigkeiten. Denn am ersten Abend wurde uns mitgeteilt, dass nur 30 Leute am Band Display (also eine Marschchoreographie) teilnehmen dürfen. Wir haben aber alles mit 34 Leuten eingeübt. Das Eröffnungsprogramm endete auch erst spät, so dass wir uns um 0 Uhr trafen um alles neu ein zustudieren. Da standen wir im Schlafanzug auf der Straße. Alle auch sehr konzentriert nach dieser Busfahrt… perfekte Voraussetzungen um das nach noch mehr Schlafmangel am nächsten morgen zu präsentieren. 2(!!) Minuten vor der Präsentation wurde noch ein Saxophonspieler wegen Alters disqualifiziert, so sprang schnell noch ein Posaune ein. Der wusste aber natürlich die Schritte nicht, wie sollte er auch? So ist doch einiges schief gegangen, aber viele Fehler hat man auch gar nicht gesehen, da die Zuschauer ja nicht wussten, wie es aussehen sollte.

Nun gut, der Display war ja nur der eine Teil. Am nächsten Tag spielten wir ein Konzert. Und das ist wirklich gut gelaufen!! Und viele der anderen Bands haben wirklich schlechter gespielt als wir. Und das sage ich jetzt nicht nur so – ich habe ja auch ein bisschen Ahnung von Musik. Dann kam es zu der Verkündung der Ergebnisse. Zuerst wurden Kommentare über die Bands abgegeben. Nachdem sie etwas über uns gesagt hatten und zur nächsten Band übergingen haben sie den guten ausländischen Flötenspieler und die gute Tuba gelobt – hä? Ich war doch gar nicht in der Band! Und ich war die einzige Weiße, die teilnahm. Schön, dass unsere Punkte der nächsten Band zugeschoben wurde. Spätestens als verkündet wurde, dass wir 8. (von 8) wurden war klar, dass wir belogen wurden. Jemand hatte am Nachmittag schon gesagt, dass wohl Bestechungsgeld im Umlauf ist… auch die anderen Bands, die besser als wir waren haben gesagt, dass wir eigentlich besser gespielt haben als sie. Es ist etwas traurig, dass kein fairer Wettbewerb möglich war, aber das kann in Ghana schonmal passieren. Korruption ist hier ja schließlich auch kein Fremdwort.

Es war aber sehr enttäuschend, da wir echt viel dafür geübt haben und auch so viel Kraft rein gesteckt haben. Seit Januar hatten wir uns dafür täglich getroffen…

Wir haben dann an keinen Veranstaltungen mehr teilgenommen und sind den nächsten Tag nach Hause gefahren. Wir haben auf unseren ersten Platz (von hinten) mit Traubensaft angestoßen und auch wenn es sehr viel Aufregung und Enttäuschung gab, herrschte wieder etwas gute Stimmung. Als es dunkel wurde wurden ein paar Instrumente ausgepackt und musiziert. Die Musik war sehr emotional gespielt und ein Saxophonspieler hat dazu improvisiert. Das hat mich so doll berührt, dass ich die Tränen nicht mehr zurück halten konnte. Klar, ich war ein Jahr Teil dieser Band und bin jeden Tag hingegangen. Ich habe dort gute Freunde gefunden und hatte eine sehr schöne Zeit mit ihnen. Da mussten die Tränen einfach mal raus… Am Ende habe ich dadurch sogar auch ein paar harte Kerle zum weinen gebracht… Es war wirklich sehr emotional und sehr schwer für mich, mich von allen zu verabschieden.

Am nächsten Tag ging es auch schon nach Deutschland. Zwei sehr gute Freunde haben mich zum Flughafen gebracht und dann war ich auch auf einmal schon im Flugzeug. So richtig realisieren konnte ich es nicht. Der Flug verging sehr schnell, da ich in der Nacht geflogen bin. Schon auf dem Zwischenhalt in Istanbul hörte ich wieder Leute Deutsch sprechen. Ich habe mich über zwei Jugendliche gewundert, die nicht sehr respektvoll mit ihren Eltern geredet haben. Auf dem zweiten Flug schlief ich noch einmal. Dann war ich auf einmal schon da. Die Luft war erfrischend und die Sonne lächelte mich an – Deutschland hat noch einmal schönes Wetter für mich ausgepackt.

Auf dem Flughafen viel mir schon wieder so einiges auf. Paare küssen sich wieder in der Öffentlichkeit und so viele Leute rauchen wieder. Nachdem ich meine Familie endlich gefunden hatte (irgendwie sind wir anscheinend erstmal aneinander vorbei gelaufen bzw waren sie im Stau 😀 ) ging es nach Hause. Das Auto war so neu – alle Autos sahen so neu aus. Die Straßen sind so menschenleer. Die Straßenverkäufer fehlen. Zu Hause angekommen habe ich meine erste warme Dusche echt sehr genossen und dann sind wir Döner essen gegangen. Hach war der gut!! Ich kann euch sagen, dass ich das deutsche Essen noch nie so doll genossen habe wie jetzt! Pizza, Käse, Schwarzbrot…. einfach toll! Nur die Bananen schmecken hier eindeutig nicht nach Banane…

Ein bisschen bin ich schon wieder in Deutschland angekommen, aber vieles ist immer noch komisch. Mir fällt auf wie bunt Berlin ist. Nicht nur viele Kulturen sondern auch alle möglichen Haarfarben und Kleidungsstyle. Auch fällt mir auf wie viel Alkohol getrunken wird – stimmt das Klischee also doch irgendwo…

Ich merke in welchem Überfluss wir hier leben und das fängt auch bei ganz kleinen Sachen an. Die Waschmaschine und Geschirrspülmaschine erledigt einen großen Teil im Haushalt, es gibt wieder durchgängig Wasser und Strom, es gibt WLAN, einen Drucker, es kommen sogar die Brief- und Postboten nach Hause. Und ich muss nicht mal zur Post gehen um einen Brief zu senden, echt Luxus!

Ich werde mich wohl wieder an alles gewöhnen werden.

Bestimmte Sachen an Ghana vermisse ich aber auch. Zum Beispiel vergesse ich mir immer Wasser mitzunehmen. In Ghana bekommt man das einfach überall auf der Straße. Hier muss ich erst in den Supermarkt, um mir ein Wasser zu kaufen – verrückt!

Ich könnte hier eine sehr lange Liste schreiben, was mir alles auffällt… aber ich will jetzt auch mal zu einem Ende kommen… 😉

Ich freue mich euch alle wieder zu sehen und dann persönlich von meinen Erfahrungen berichten zu können! Vielen Dank nochmal an alle, die mich finanziell oder auf andere Weise in diesem Jahr unterstützt haben und mir diese tolle Erfahrung ermöglicht haben!

Liebe Grüße

 

Huch, habe ich wirklich so lange nichts mehr geschrieben? – Der letzte Monat in der Schule

Ich habe gerade meinen letzten Blogeintrag überflogen um zu wissen wo ich weiter erzählen soll… 29. Juni. Krass ganze zwei Monate hatte ich nichts mehr geschrieben! Noch einmal Entschuldigung dafür. Jetzt muss ich mich erst einmal erinnern, was da alles passiert ist 😀

Also… zunächst hatte ich meinen letzten Monat in der Schule. Dieser war noch einmal ziemlich stressig, denn es standen die Exams an. Diese werden in zwei Teilen geschrieben. Eigentlich sollten die beiden Teile getrennt geschrieben werden, sodass ich den Unterricht danach geplant habe. Da aber mal wieder alles unorganisiert war, schrieben wir den ersten Teil natürlich nicht in der angekündigten Woche und niemand konnte mir sagen, wann wir ihn schreiben. So konnte ich meine Stunden auch nicht gut planen. Am Ende haben wir dann beide Teile zusammen in der vorletzten Schulwoche geschrieben. Ich hatte ordentlich zu tun, denn neben meinen Arbeiten korrigierte ich auch für andere Lehrer. Anschließend mussten ja auch die ganzen Noten berechnet und auf ein großes Blatt abgeschrieben werden, das Temperament der Schüler beschrieben und die Positionen der einzelnden Schüler in jeden Fach und die Gesamtposition in der Klasse berechnet werden. Leider waren viele Lehrer echt faul und ich kann so schlecht nein sagen… So kam es, dass ich am Ende die Arbeit für 4 Lehrer gemacht habe…

Die Ergebnisse von meinem Exam waren… interessant. Die eine Klasse hat echt gute Ergebnisse erziehlt, die andere war sehr schlecht. Keine Ahnung was da los war… Ich durfte die Fragen ja auch nicht selbst schreiben, sonst hätte ich da sicher andere Sachen gefordert. Ich kann aber sagen, dass das Korrigieren doch sehr lustig war. Manche Antworten waren echt göttlich. Ich hätte mir das mal notieren müssen. Jetzt kann ich mich an die ganzen Formulierungen nicht mehr erinnern.

Nachdem der ganze Papierkrams erledigt war, war auch schon der letzte Schultag. Dieser Tag war irgendwie gar nicht gut. Auch wenn ich ständig sagte, dass ich nächstes Schuljahr nicht mehr dabei wäre, hatte es kaum einer wirklich realisiert. Es war so unwirklich und schnell. Ich habe da ein Jahr gearbeitet und manche Lehrer, denen ich viel geholfen hatte, hatten einfach nur ein „ok bye bye“ für mich. Der Schulleiter hatte aber noch ein paar nette Worte an mich gerichtet und mir auch noch mal etwas schneidern lassen. Zum Abschied meinte er, ich solle ihn zu meiner Hochzeit einladen. 😀

Ich bin dann später aber in den Ferien nochmal zur Schule (es gab auch Ferienunterricht) und konnte in Ruhe nochmal mit den Lehrern reden…

Klar war ich auch traurig meine Arbeitsstelle zu verlassen, die Kinder sind mir natürlich auch ans Herz gewachsen. Dadurch, dass der Abschied aber auch nicht so richtig offiziell war und die Lehrer auch so relativ kalt waren, kamen mir zum Glück noch nicht die Tränen. Ich hatte es auch noch gar nicht richtig realisiert, denn der letzte Schultag war exakt einen Monat vor Abreise.

So hier sind dann noch ein paar Bilder, die ich zum Abschluss gemacht habe.

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Ein paar Schüler der sechsten Klasse

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Kindergarten

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4. Klasse – Die essen übrigens gerade Joghurt-Eis

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4. Klasse

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Es ist gar nicht so einfach Bilder zu machen, wenn die Schüler nie still stehen wollen 😀

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Das ist Priscilla. Sie hat mich geliebt und ihre kleine Schwester war auch in meiner Kindergartenklasse.

Hach wenn ich mir die Bilder so anschaue, vermisse ich meine Kinder schon etwas…

Wieder da…

Hallo ihr Lieben,

ich wollte nur kurz Bescheid geben, dass ich heute wieder gut in Berlin angekommen bin. Es tut mir Leid, dass ich in letzter Zeit nicht mehr berichtet habe, aber ich hatte einfach viel zu tun. In den nächsten Tagen werde ich dann schreiben, wie mein letzer Monat war und wie es mir gerade geht.

Also ihr hört von mir!

Über blaue Augen und rote Haare

Heute fange ich mal mit der Überschrift an: neulich habe ich doch tatsächlich Ghanaer mit blauen Augen gesehen! Einen Tag später sah ich eine Familie, in der alle Kinder (natürlich-) rote Haare hatten! Ich war erstmal ganz schön fasziniert davon und musste irgendwie an die Weasleys aus Harry Potter denken 😀 Aber warum auch nicht, die Vielfalt der Erde ist eben grenzenlos!

Mittlerweile war ich jetzt auch auf meiner 6. Hochzeit. Diesmal kannte ich das Opfer… ähhhh ich meine die Braut sogar etwas. Genauer gesagt kenne ich ihre Schwester. Ich habe also die Hochzeit mal von vorne mitbekommen. In Ghana wird sich nämlich erst zu Hause getroffen. Es wird traditionelle Kleidung getragen und Geschenke werden überreicht. Unter anderem auch die Ringe. Ich hab leider nicht so viel von dem was abging verstanden, aber es war trotzdem interessant. Es wurden dann noch ein paar Lieder gesungen und dann ging es zur Kirche. Dieses Mal durfte sich das Brautpaar auch küssen (andere Kirche andere Sitten 😉 ) und es war eine schöne Trauung. Wenn ich wieder da bin kann ich Euch ja mal Videos davon zeigen.

Ansonsten läuft alles in der Schule gut. Mittlerweile bin ich feste Kunstlehrerin der 4. Klasse. Zwischendurch gab es ein paar Probleme, denn der Lehrer, den ich mir als Ansprechpartner gesucht habe, wurde aus persönlichen Gründen gefeuert… das kann an einer Privatschule schnell passieren. Die Kinder taten mir vor allem Leid jetzt am Ende des Schuljahres sich auf einen neuen Lehrer einstellen zu müssen. Aber mittlerweile klappt alles ganz gut.

Kaum bin ich zur Grundschule gegangen, bin ich heiß begehrt. Da hab ich an einem Tag gleich 3 neue Klassen gehabt. Denn in der 5. und 6. Klasse gibt es für insgesamt 4 Klassen nur 3 Lehrer. Da ist es ja klar, dass immer eine Klasse Freilauf hat. So springe ich dann meistens spontan ein. In der 3. Klasse war ich auch schonmal… Manchmal ist es nicht so einfach alles unter einen Hut zu bekommen, denn im Kindergarten und in der 4. Klasse bin ich ja eigentlich hauptsächlich.

Ihr seht also ich hab gut zu tun und hab meinen Spaß. Es macht nun echt Spaß. Neulich klingelte es zur Pause, ich war noch nicht ganz fertig mit dem Thema, aber fragte ob sie zur Pause wollen. Da meinten alle nein und wir haben weiter gemacht. So schlecht kann ich mich ja dann nicht machen. (Zufälligerweise war die Stunde über Musik und Rhythmus, da konnte ich mich musikalisch austoben).

Je länger ich hier bin desto besser wird es… in genau 2 Monaten geht es ja auch schon wieder zurück. Schon als ich erst ein halbes Jahr hier war wurde mir oft gesagt, dass man mich dann vermissen würde, wenn ich zurück fliege. Nun wird mir das ganz oft gesagt und es macht mich auch jetzt schon traurig daran zu denken, dass ich bald Abschied nehmen muss. Aber ich werde sicher wieder kommen 🙂

Liebe Grüße an alle!

Hilfe die Schnecken kommen!

Vielleicht erinnert sich der ein oder andere ja noch an den Blogeintrag, wo ich über die Wette geschrieben habe, bei der ich hätte Schnecken essen müssen, wenn ich verloren hätte. Als ich neulich Abendbrot aß, hörte ich komische knackende Geräusche hinter mir. Ich drehte mich um und da hat meine Gastmutter doch ernsthaft Schneckenschalen geknackt. Ich war erstmal geschockt und neugierig aber schnell auch sehr angeekelt. Ist eben schon eine ziemlich schleimige Angelegenheit. Noch mehr freute mich als sie sagte, dass wir sie morgen essen würden. Etwas nervös wollte ich an diesem Tag nicht unbedingt früh nach Hause, meinte Freude lachten mich schon aus, als ich versuchte mit ihnen Zeit zu schinden… Da war ich echt erleichtert als ich sah, dass sie mir Reis gekocht haben. 😀 Mein Gesichtsausdruck bzgl. des Schneckenknackens wurde richtig interpretiert. 😉

In der Schule läuft auch alles gut. Die Schüler kommen zur Schule und alles geht wieder seinen alten Weg. Wir haben diese Woche neue Tische und Bänke bekommen! Jetzt ist im Klassenraum zwar kaum noch Platz zum treten, aber die Klasse ist auch etwas ruhiger, da sie weiter auseinander sitzen und sie immer erst aufstehen und laufen müssen um ne „Schlägerei“ anzufangen 😉 Allerdings wurde nicht darauf geachtet, dass die Farben richtig trocken sind. So hatten die Eltern schöne bunte Kinder und Kleidung, hat sie bestimmt sehr erfreut 😀

Ansonsten habe ich meinen Aufgabenbereich etwas erweitert. Ich gehe jetzt nämlich immer für ein paar Stunden zur Grundschule zum Kunst- und Matheunterricht in der vierten Klasse. Ich kann sagen, dass es echt sehr viel einfacher in einer 4. Klasse zu unterrichten ist! Und es hat mir auch viel mehr Spaß gemacht. Ich fragte einen Lehrer, ob ich mit in die Klasse setzen könnte. Da wurde mir der Unterricht gleich ganz überlassen und er ist öfters mal lange aus der Klasse gegangen… auch toll. Aber da ich ja schon etwas Erfahrung hab, war das nicht weiter schlimm. Ohne Vorbereitung also ein paar Stunden unterrichtet. Die Kinder sprechen gut englisch, hören meilenweit besser und verstehen mich und meine Unterrichtsideen auch viel besser.

Jetzt kommt aber auch wieder das Problem mit dem Schlagen… denn der Stock wird in der Grundschule deutlich mehr benutzt. Allerdings respektiert mich der Lehrer sehr (wir haben öfters schonmal ein paar Unterhaltungen davor gehabt), so sagt er einerseits, dass er nicht richtig zuschlagen kann wenn ich anwesend bin, da er nicht will, dass ich mich schlecht fühle und andererseits lässt er sich auf drauf ein, wenn ich andere Strafen vorschlage. So konnte ich viele Schüler schon vor dem Stock bewahren. Generell lässt er sich auf meine Ideen ein, was sehr angenehm ist.

Der Job als Grundschullehrer ist aber durchaus nicht einfach! Das kontrollieren der ganzen Aufgaben dauert deutlich länger, man muss sich mehr Gedanken zum Unterricht machen und schlussendlich ist es auch nicht einfach den Rahmenlehrplan zu unterrichten. Was haben elektrische Leiter, Halbleiter, Isolatoren und deren genaue Funktionsweise bitte in der 4. Klasse zu suchen??? Es geht einfach nicht ums Verstehen, es wird nur auswendig gelernt. Im Computer/Informatik-Unterricht gibt es keine Computer. Im Kunstunterricht fehlt es an Materialien. Die Mathebücher sind voller Fehler. Da ist es echt nicht einfach zu unterrichten!

Ansonsten war ich heute mal wieder auf einer Hochzeit. Diesmal ein Offizier aus der Brigade. Wir haben schön musiziert und es war ein schöner Tag. Jetzt sind auch viele, die in einer anderen Stadt studierten, wieder zurück, sodass wir jetzt richtig gute Besetzung haben und uns auf den Wettbewerb im Sommer vorbereiten können. 🙂

Ich wünsche euch allen noch ein schönes Wochenende!

Judith

Der Mangobaum – Frau von Kannenberg auf dem Kannenberg im Volta-Land

Frau Kannenberg auf dem Kannenberg im Volta-Land

Ein Mangobaum in ihrem Garten stand

Und kam die goldene Regenzeit

….

Nee keine Angst, ich werde jetzt nicht noch ein Gedicht schreiben. Aber mein Blogeintrag hat dieses Mal mit Mangos zu tun.

Die letzten Tage vor den Ferien waren ganz schön langweilig, es ist kaum was passiert und ich habe dann geholfen die Zeugnisse abzutippen und den Kindern ein Mandala mitgebracht (nochmal einen Dank an Paula, die mir die Mandalas geschickt hat).

Dann begannen die zweiwöchigen Ferien. Gleich am Anfang ist Antonia leider schon nach Hause geflogen, da ihr Freiwilligendienst nur für 8 Monate ging. Jetzt bin ich also allein zu Hause. Das ist erstmal sehr komisch gewesen, wenn man 8 Monate miteinander gelebt hat und dann auf einmal allein ist, aber ich habe mich schon recht gut dran gewöhnt. Meine ghanaischen Freunde sind ja schließlich auch noch für mich da und es hatte mittlerweile ja auch jeder sein eigenes Freizeitleben gehabt.

In den restlichen Ferien habe ich entspannt, Musik gemacht und ich bin für ein paar Tage in die Volta-Region gefahren um zwei Freiwillige zu besuchen. Sie wohnen in dem Dorf Wusuta, nicht weit weg vom Volta-See. Mir hat es dort sehr gefallen. In der Gastfamilie wurde ich super freundlich willkommen geheißen und das Essen war auch klasse. Da die beiden Jungs aber zur Schule mussten und keine Ferien hatten, habe ich mich allein etwas umgeschaut. Da gibt es zum Beispiel den höchsten Wasserfall Westafrikas im Dorf Wli. Die Natur ist echt schön. Es gibt einen oberen und einen unteren Wasserfall. Um zu den oberen Wasserfall zu kommen muss man erstmal einen nicht ganz ungefährliche Wanderung meistern. In der Mittagshitze war das echt anstrengend. Nach 5 Minuten war ich schon dusch-reif, so doll habe ich geschwitzt. Wanderschuhe sind laut Reiseführer auch ausdrücklich zu empfehlen, die weder ich noch mein Guide hatten… aber er ist sogar in Flip Flops gewandert. 😀 Vielleicht sollte ich mal doch mit Sport anfangen, es war echt anstrengend für mich 😉

Auf dem Weg gab es viele schöne Schmetterlinge, gute Sicht …. und MANGOBÄUME 😉 Da ich eigentlich nicht so auf Mangos stehe war es es mir nie wert die relativ teuren Mangos zu kaufen. So lernte ich nun endlich wie man Manfos isst. Es ist gerade Mangozeit und in den ländlicheren Gebieten (zuminest in der Volta-Region) liegen überall Mangos rum, die nur darauf warten gegessen zu werden.

Aber zurück zur Geschichte… Irgendwann kamen wir dann endlich und total verschwitzt am Wasserfall an. Die körperliche Anstrengung hat sich aber auf jeden Fall gelohnt. Anschließend habe ich im Wasserfall gebadet. Whirlpool auf natürliche Art und Weise und mit kalten Wasser ist auch mal ne Abwechslung und echt klasse. Das Wasser hat auch gar nicht doll wehgetan, obwohl ich dachte, dass es sehr schmerzhaft wäre sich unter einen Wasserfall zu stellen.

 

Ihr seht also es war echt schön, nur eine Sache hat mich irgendwann echt genervt: der Guide. 21 Jahre jung ist er. Ich hab mich anfangs echt gefreut, denn anders als andere Guides hat er sich auch nett mit mir unterhalten und so war es nicht schlimm allein hingefahren zu sein. Aber dann – wie sollte es anders sein – fing er damit an, dass ich ja soooo nett wäre, ihn nicht diskrimminiere und er sehr stolz wäre, wenn ich seine Freundin wäre. Ach nööö… irgendwann reicht es dann auch. Ich muss schon echt toll sein, wenn sich andauernd jemand in mich verschaut… !?! 😀 Verratet mir, was mache ich denn bloß falsch? Muss ich mir vielleicht eine Glatze schneiden lassen, damit ich nicht mehr so wunderschön bin? 😀 😀 😀 Ansich kann ich mit sowas ja umgehen, aber ich hatte ihn den ganzen Rückweg an der Backe. Das ging mir dann irgendwann echt auf die Nerven… Jedenfalls wurde es dann spät und da die Anfahrt nochmal 3h von Wusuta gedauert hat (wobei die Entfernung gar nicht so weit ist) und da ich nicht alleine im Dunkeln reisen wollte, bin ich dort geblieben. Es gab nämlich die Möglichkeit am Wasserfall zu Zelten. Das war schon ein cooles Gefühl in der Natur zu schlafen, den Geräuschen zu lauschen und die schönen Sterne und Glühwürmchen im Stockdunkeln zu beobachten. Allerdings hatte ich den Guide immer noch nicht los. Aber am nächsten Tag machte ich mich ja auch schon wieder auf den Weg. Ganz in der Nähe gibt es nämlich Höhlen. Nun war ich ja schon etwas schlecht gelaunt… aber dieser Guide… war fast noch schlimmer. Dieser war total unkompetent und versuchte sich mit mir zu unterhalten, wir waren nur überhaupt nicht auf einer Wellenlänge. Aber naja da hatte ich wohl Pech. Um zu den Höhlen zu kommen musste man wieder erstmal eine kleine Wanderung meistern. Wenigstens war die Aussicht schön.

Dann machte ich mich auf den Rückweg. Alles ging gut, dann hielt das Trotro auf einmal an. Es lang ein kleines Bäumchen auf der Straße. Bäumchen ist etwas untertrieben, denn es war ein wirklich großer Baum! Ich war erstaunt wie schnell er zersägt wurde und durch einen Bagger weggeschoben wurde. Echt interessant mit anzusehen. Irgendwann bin ich dann jedenfalls wieder im Dorf angekommen und hab mir noch einen schönen Abend mit den Jungs gemacht.

Ich hab auch ihre Einsatzstelle besucht. Das ist dort echt entspannt und ein gutes Klima, da die Klassen sehr klein sind und dadurch auch wenige Schüler an die Schule gehen. Hat mir echt gefallen.

Von den Wasserfällen ist es übrigens auch gar nicht mehr weit nach Togo, theoretisch hätte man auch weiter nach Togo wandern können. Aber wenigstens habe ich das Land mal gesehen und auch mit ein paar Togolesen französisch gesprochen. Das war mal wieder ganz cool französisch sprechen zu können, auch wenn das togolesische Französisch ungefähr so doll französisch klingt wie das ghanaische Englisch englisch 😀 aber vielleicht genau deswegen habe ich es gut verstanden 😉

In Togo so wie der Volta-Region spricht man übrigens Ewe, da bringt mich mein Fante nicht sehr weit. Die Sprache klingt aber sehr interessant. Besonders weil man auf „Wie geht’s?“ „Eeeeeee“ antwortet und auf andere Fragen oft „Yoo“ [Joo] antwortet. Wenn ich mit den Jungs unterwegs war musste man fast immer nur „Eeeeee“ oder „Yoo“ antworten.

Auch wenn die Guides mir etwas auf den Keks gingen, fand ich es in der Volta-Region sehr schön, die Natur ist einfach klasse.

Ansonsten geht die Schule bei mir jetzt wieder los. Diesmal waren in der ersten Woche ganze 5 Schüler anwesend. Deswegen unterrrichteten wir noch nicht und es war ziemlich langweilig. Aber dafür hatte ich mal Zeit um diesen Blog-Eintrag zu schreiben 😉 Diese Woche sind zum Glück wieder fast alle Kinder gekommen, ich hatte sie vermisst! Am Samstag wollte ich eigentlich zum Aboakyer-Festival gehen. Es ist ein traditionelles Fest, wo ein Reh gefangen wird und es dann in einer Prozedur getötet wird. Leider haben es die Ghanaer echt nicht so mit der Zeit. Da hab ich den ganzen Tag auch meine Freunde gewartet und letzten Endes sind wir dann angekommen als es schon zu spät war… Ein Grund mehr noch einmal nach Ghana zu fliegen um das mit anzusehen!

 

Liebe Grüße

Judith